Persien-Sammlung von Generalmajor Caspar Haeusler

Mit dem erbvertraglich verfügten Übergang des Vermögens der Damen Mirjam und Gabriele Haeusler wurde die Kester-Haeusler-Stiftung auch Eigentümerin der besonders interessanten, umfangreichen »Persien-Sammlung« Caspar Haeuslers, die dieser u.a. auf einer ausgedehnten, 1885/86 durchgeführten Studienreise zusammenstellte und mit nach Bayern zurückbrachte. Im Rahmen seines Bildungsurlaubs, den der dafür vom Militär beurlaubte Premierlieutenant Caspar Haeusler 1885 antrat, führte ihn sein Weg nach Russland, Persien, Indien, in die Türkei und das südwestliche Asien.

Insbesondere in Teheran wurde er in diesem Zusammenhang äußerst zuvorkommend aufgenommen und auch vom Schah, der ihm das Offizierskreuz des Sonnen- und Löwen-Ordens verlieh, mehrmals empfangen. Nach Studien der orientalischen Sprache an der Münchener Universität konnte Caspar Haeusler sich mit dem Schah in dessen Muttersprache verständigen, wobei ihm diese Sprachkenntnisse auch besonders auf der Reise von hohem Nutzen waren. Die damals von Caspar Haeusler begonnene völkerkundliche Sammlung umfasst neben einigen alten Teppichen, die auch heute noch in der Haeusler-Villa liegen, und einem besonders wertvollen iranischen Lackbild des 19. Jahrhunderts, das einen Herrscher der Qadscharen-Dynastie mit seinem Hofstaat zeigt, zahlreiche Wasserkannen, Bettelschalen, Räuchergefäße, Vasen, Gewürz- und Deckeldosen, Langhalsflaschen und Trinkgefäße. Stierkopfkeulen, Streitäxte, Schwerter und Kurzschwerter, Dolche, Schilde, Helme, Armschienen, Gabellanzen sowie Schreibgeräte runden die Sammlung ab. Sie besteht überwiegend aus Objekten des 19. Jahrhunderts und befindet sich heute als bedeutende Leihgabe der Kester-Haeusler-Stiftung in der Orient-Abteilung des Staatlichen Museums für Völkerkunde in München.